Beispiel einer erfolgreichen Kampagne des mallorquinischen Umweltverbandes GOB für den Schutz des Feuchtgebietes Salobrar de Campos sowie des Sandstrandes und den Dünen von Es Trenc

Die Finca Sa Canova im südlichen Teil der Insel Mallorca auf dem Gebiet
von Campos umfasst eine Fläche von 99 ha gut erhaltener mediterraner Macchie
mit einer interessanten Flora und Fauna. Das Gebiet grenzt an das Feuchtgebiet
von Es Salobrar de Campos und an die Dünen und den Strand von Es Trenc,
zwei bedeutenden Naturschutzgebieten auf Mallorca. Das Parlament auf den Balearen
möchte mit der absoluten Mehrheit der Volkspartei (Partido Popular) in
Kürze ein Gesetz verabschieden, welches diesen Naturraum als Siedlungsgebiet
ausweisen soll. Dieses Vorhaben wird verheerende Auswirkungen haben sowohl auf
das direkt betroffene Gebiet als auch auf die benachbarten Naturschutzgebiete
von Es Trenc und Es Salborar. Wir wollen mit Hilfe der folgenden Informationen
Ihnen dieses wunderbare Stück Natur ein wenig näher bringen und unsere
Gründe darlegen, warum wir gegen die Zerstörung dieses Naturraums
angehen. Ihre Hilfe dabei ist wichtig.
Bedeutende
Naturschätze

Das
Gebiet von Sa Canova umfasst den äußersten Süden der Sierra
de Campos, einer kleinen Hügelkette, welche die alluviale Ebene im Süden
Mallorcas umgibt. Das Gebiet zwischen der landwirtschaftlich genutzten Ebene
von Campos und den Naturschutzgebieten von Es Trenc und Es Salobrar ist von
einer natürlichen Vegetationsdecke überzogen. (Mediterrane Macchia
von Sa Canova de Campos mit dem angrenzenden Feuchtgebiet von Es Salobrar im
Hintergrund). Bei der Vegetation von Sa Canova handelt es sich um eine Macchia
mit anspruchsvollen Arten wie Wilder Ölbaum (Olea Europea, var. Sylvestris),
Pistazie (Pistacia lentiscus), Französische Zistrose (Cistus monspeliensis),
Rosmarin (Rosmarinus officinalis) und einem Süßgras (Brachypodium
retusum). Hervorzuheben ist ferner das Vorkommen verschiedener mediterraner
Orchideen (Ophrys spp., Orchis spp., etc.), alle gehören zu den geschützten
und bedrohten Arten auf den Balearen.
Die
artenreiche Zusammensetzung dieser Macchia mit dem Wilden Ölbaum ist Lebensraum
für eine ebenso reichhaltige Fauna. Hervorzuheben sind verschiedene Vogelarten,
wie die balearische Sardengrasmücke (Sylvia sarda balearica), ein endemischer
Vogel der Balearen, und der Triel (Burhinus oedicnemus). Außer den erwähnten
Kostbarkeiten bezüglich Flora und Fauna ist es wichtig hervorzuheben, dass
dieses Gebiet angrenzt an Es Trenc und Es Salobrar, zwei der bedeutendsten Naturschutzgebiete
Mallorcas. Die Besiedelung dieses Gebiets, nur 500 Meter von Es Salobrar und
1,5 Kilometer vom Strand von Es Trenc entfernt und in unmittelbarer Nähe
der landeinwärts liegenden Dünen hätte zweifellos sehr negative
Auswirkungen auf diese Juwelen in der Landschaft.
El Salobrar de Campos
Auf
das Naturschutzgebiet von Es Trenc und Es Salobrar treffen folgende Schutzmaßnahmen
zu: ANEI (Naturschutzgebiet nach dem Gesetz 1/1991 über Naturschutzgebiete
und Verordnungen in besonders geschützten Gebieten der Balearen), ZEPA
(besonderes Vogelschutzgebiet, Richtlinie 409/79/CEE, betreffend den Schutz
der freilebenden Vögel), LIC (Gebiet von besonderem Interesse, Richtlinie
92/4 CEE, betreffend den Schutz von natürlichen Lebensräumen sowie
von Flora und Fauna). Die Besiedelung von Sa Canova wird zweifellos schwerwiegende
Auswirkungen auf diese Schutzgebiete nach sich ziehen. Das Gebiet, das besiedelt
werden soll, befindet sich in unmittelbarer Nähe des Naturschutzgebietes
von Es Trenc - Salobrar de Campos.
Das "Siedlungs-Projekt"
Bereits seit einigen
Jahren werden in dem Gebiet Sa Canova Pläne zur Urbanisierung diskutiert.
Bereits im Jahr 1991 hatten die Immobilien-Spekulanten insofern Erfolg, als
das Gebiet nicht in den Katalog der durch das Gesetz 1/1991 (Gesetz über
Naturschutzgebiete) geschützten Gebiete aufgenommen wurde, obwohl es Besonderheiten
aufwies, die seinen Schutz gerechtfertigt hätten. Während der vergangenen
zehn Jahre erfuhr das Gebiet wechselnde Klassifizierungen, einmal zugunsten
einer Besiedelung, ein anderes Mal zugunsten eines Schutzstatuts, je nachdem,
welche Partei an der Regierung war. Im Jahr 1994 erklärt die Stadtregierung
von Campos unter der Führung der Volkspartei (Partido Popular) das Gebiet
als Siedlungsgebiet. Im Nachhinein erklärt der Rat von Mallorca (unter
Führung der fortschrittlichen Parteien) im Jahr 1998 die Ausweisung von
80 Siedlungsprojekten, darunter auch das besagte, für ungültig. Später
untersagten die Richtlinien der Territorialregelung der Balearen, die im Jahr
1997 von der Regionalregierung mit der Mehrheit der Volkspartei angenommen worden
waren, neue Siedlungen in abgelegenen Regionen (das heißt, wenn sie keine
Anbindung an städtische Strukturen hatten) zu errichten, allerdings mit
einer Ausnahme: Sa Canova de Campos. Im Jahr 1999 stellten die fortschrittlichen
Parteien (PSOE, PSM, UM, EU, EV) die Regionalregierung und änderten besagte
Richtlinie insofern, als die Ausnahme aufgehoben wurde und Sa Canova de Campos
von einer möglichen Besiedlung ausgeschlossen wurde. Aber nachdem die Volkspartei
(Partido Popular) bei den Wahlen zum Regionalparlament im Jahr 2003 wieder an
die Macht gekommen war, gab es wiederum eine Gesetzesänderung, wonach die
Besiedelung dieses Raumes jetzt wieder erlaubt ist. So soll es möglich
sein, 3000 Übernachtungsplätze und Ferienresidenzen neben weiteren
Infrastrukturmaßnahmen und kommerziellen sowie Freizeiteinrichtungen zu
erstellen. Das Gesetz, welches die Besiedelung erlaubt, soll die Gemeinde von
Campos entschädigen für die bisher ausgebliebene touristische Entwicklung.
Wir glauben jedoch, dass eine wirtschaftliche Alternative für Campos weder
der Bau neuer Hotels noch die weitere Zersiedelung der Landschaft sein kann.
Weder Campos noch Mallorca brauchen weiteren Beton!
Umweltbeeinträchtigungen durch das Projekt
Sollte das von
der Regionalregierung und der Volkspartei favorisierte Projekt verwirklicht
werden, hätte dies schwerwiegende Auswirkungen sowohl für das direkt
betroffene Gebiet (Sa Canova) als auch für das benachbarte Naturschutzgebiet
von Es Trenc und Es Salobrar de Campos. Unter anderem ist mit folgenden negativen
Auswirkungen zu rechnen:
Die wunderbare Macchia mit Wilder Olive würde zerstört und dem Erdboden
gleichgemacht.
Der Trinkwasserverbrauch würde auf mehr als 15 000 m³/Jahr ansteigen.
Die vorhandenen unterirdischen Wasserreserven erlauben keine Entnahme in dieser
Größenordnung.
Der neue Siedlungsbau fernab von einer weiteren touristischen Zone würde
neue Infrastrukturmaßnahmen notwendig machen.
Die Anzahl der Touristenbetten auf der Insel würde weiter ansteigen in
einer Zeit, da ein Konsens darüber besteht, dass es zu viele Touristenbetten
gibt.
Der steigende Energieverbrauch und der Anstieg im Müllaufkommen sprechen
gegen jede Vernunft, auf jeden Fall werden die Probleme dieser Art, unter denen
wir auf Mallorca bereits leiden, verschärft.
Was die Landschaft betrifft, so wird der Bau dieses Komplexes den Wert der Landschaft
erheblich beeinträchtigen, wo der Schutz der Landschaft oberste Priorität
haben sollte.
Es darf nicht hingenommen werden, dass weitere Naturräume zerstört
werden, um Feriensiedlungen zu errichten.
Der Bau einer Feriensiedlung würde den Wert des Naturschutzgebietes von
Es Salobrar de Campos sowie des Strandes und der Dünen von Es Trenc stark
schmälern. Es handelt sich um eines der wertvollsten Gebiete von Mallorca,
das durch europäische Richtlinien geschützt werden soll.
Die Zerstörung
der Finca Sa Canova konnte vorerst abgewendet werden. Nun möchte die Regionalregierung
jedoch direkt am Salobrar de Campos eine Kurklinik bauen. Die Klinik kann auch
an anderer Stelle gebaut werden ohne das wichtige Feuchtgebiet zu beeinträchtigen!
Protestieren Sie dagegen mit dem hier auf dieser Homepage abrufbaren Brief an
den balearischen Präsidenten Jaume Matas.